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Features

Donnerstag 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - Wie Pandemien Geschichte machen

Die politischen und sozialen Folgen von Masseninfektionen (4). Gestaltung: Monika Halkort Epidemien sind kein modernes Phänomen, sondern feste Bestandteile zivilisatorischer Entwicklung. Spätestens seit der Neuzeit, als die Menschen sesshaft wurden, stellten Seuchen und Massenplagen die Gesellschaften vor ungeahnte Herausforderungen, die sehr unterschiedliche, und zugleich tiefgreifende soziale, wirtschaftliche und politische Folgen mit sich gebracht haben. Die Spanische Grippe, der 25 bis 40 Millionen Menschen zum Opfer gefallen sind, hat maßgeblich zum Ende des ersten Weltkrieges beigetragen. Eine ähnliche dramatische Wirkung wird auch der mittelalterlichen Pest nachgesagt, die bis heute als tödlichste Plage in der Geschichtsaufzeichnung gilt. Der britische Historiker Ian Mortimer attestiert dem Massensterben bei allem Leid und Elend auch seine guten Seiten. So fiel die mittelalterliche Pest mit einer der schlimmsten Agrarkrisen in Europa zusammen, die in England zu einem der größten Bauernaufstände geführt hat. Die Wechselwirkung von Hunger, Unterdrückung und nicht zuletzt der massive Mangel an Arbeitskräften, die die Seuche nach sich zog, brachten schwelende soziale und politische Konflikte zum Überlaufen und kulminierten in der Abschaffung von Leibeigenen und Feudalherrschaft. Ein Blick in die Geschichte von Pandemien wird zu einem spannenden Seismographen für sozialen und politischen Wandel. Anhand der Wahrnehmung und Bekämpfung von Viren und Bakterien lässt sich nachzeichnen, wie soziale Normen, Autoritätsverhältnisse und Grenzziehungen neu geordnet und verhandelt werden. Diese Neuordnung ist gleichzeitig verbunden mit nachhaltigen Konsequenzen für die Machtverhältnisse und Ressourcenverteilung in der Gesundheitspolitik, der Risikobekämpfung und der Wissensproduktion, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Masseninfektionen immer auch mit einer Verfeinerung von Regierungstechniken und Strategien sozialer Kontrolle sowie Methoden der Ausgrenzung einhergehen. Von den Judenprogromen des Mittelalters bis zum Apartheid-Regime in Südafrika - Pandemien boten immer auch Anlass, neue Feinbilder zu schaffen und die Grenzen sozialer und kultureller Zugehörigkeit und Legitimität neu zu definieren.

Donnerstag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Alkohol Das unterschätzte Risiko Der Geist der Pflanzen Psychoaktive Substanzen Das Kalenderblatt 25.02.2009 Tag der Schachtelsätze Von Justina Schreiber Alkohol - Das unterschätzte Risiko Autor: Andreas Kegel / Regie: Sabine Kienhöfer Alkoholprobleme - haben vor allem die sozial Schwachen. Falsch! Aktuelle Studien belegen: Die Gruppe mit den meisten Alkoholabhängigen ist die der gut situierten, "bürgerlichen" Trinker zwischen 40 und 60 Jahren. Jeder sechste Deutsche trinkt so viel, dass es ihm schaden könnte - zwei Millionen Menschen sind hierzulande suchtkrank. Alkohol ist die schädlichste Droge der Welt: Heroin oder Crack sind für die Süchtigen zwar tödlicher, aber Bier, Schnaps und Wein haben das größte Schadenspotential. Zehntausend Kinder kommen jedes Jahr alkoholgeschädigt auf die Welt. Auch bei Jugendlichen ist Alkohol nach wie vor Droge Nummer Eins. Das Gesundheitsrisiko wird oft unterschätzt: Die vielzitierte Aussage, dass ein Glas eines alkoholischen Getränks pro Tag gesund sei, ist falsch. Im Gegenteil: Bei Frauen ist schon eine "Halbe" Bier täglich mit gesteigertem Krebsrisiko verbunden. Es gibt 200 Krankheiten - von Bluthochdruck über Tumor-Erkrankungen bis hin zur (Leber-)zirrhose, die direkt oder indirekt mit Alkohol in Verbindung stehen. Wäre Alkohol ein Medikament, so der Heidelberger Suchtforscher Prof. Helmut K. Seitz, würde es als "zu toxisch" keine Zulassung bekommen. Er fordert ein Werbeverbot und befürwortet, die Volksdroge höher zu besteuern. Der Geist der Pflanzen - Psychoaktive Substanzen Autorin: Gerda Kuhn / Regie: Martin Trauner Was haben Kava-Kava und Kardamon, Pfeffer und Pilze, Bier und Bilsenkraut gemeinsam? Sie alle enthalten psychoaktive Substanzen; beeinflussen also unsere Wahrnehmung und unser Bewusstsein. Normalerweise denken viele bei dem Stichwort psychoaktiv sofort an Rauschmittel wie Heroin oder LSD, doch es gibt auch viele alltägliche Genussmittel, die diese Eigenschaften aufweisen: Kaffee zum Beispiel, der wach macht und die Sinne schärft, oder auch Tabak, der das rationale Denken fördert. Eigenschaften, die in einer auf Leistung basierenden Gesellschaft gefragt sind. Eines der gefährlichsten Suchtmittel, der Alkohol, wird bei uns im Überfluss konsumiert. Doch er wird nicht stigmatisiert, sondern ist unter Einhaltung bestimmter Verhaltensnormen bei allen sozialen Anlässen akzeptiert. Weitaus umstrittener ist dagegen der Konsum von Haschisch, vielen gilt er als Einstiegsdroge in härtere Substanzen. In vielen Kulturen wurden psychoaktive Substanzen benutzt, um mit dem Göttlichen zu kommunizieren und die Grenzen des eigenen Bewusstseins zu erweitern. Moderation und Redaktion: Iska Schreglmann

Donnerstag 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Die Wissenschaft der Vitamine

Was bringt Nahrungsmittelergänzung in Pillenform? (4). Gestaltung: Madeleine Amberger In den Industrieländern schluckt fast jeder zweite Erwachsene ein Multivitaminpräparat. Die bunten Pillen und Kapseln voll, meist überdosierten, Vitaminen und Spurenelementen galten lange Zeit als eine Kreuzung zwischen Jungbrunnen und Allheilmittel. Vitamin C sollte beispielsweise vor Erkältung oder die B-Vitamine vor altersbedingtem geistigen Abbau schützen. Immer mehr Überblicksstudien kommen zu dem ernüchternden Schluss, dass die Vitamine in Pillenform nicht nur nicht halten, was man sich von ihnen verspricht. Im Gegenteil: Sie können sogar schaden. Hohe Dosen von Vitamin E erhöhen etwa das Risiko für Prostatakrebs; und Beta-Karotin (Provitamin A) kann bei Rauchern zu Lungenkrebs führen. Eine US-amerikanische Forschergruppe formulierte ihre Schlussfolgerung über den angeblichen Nutzen von Vitaminpräparaten kürzlich in der angesehenen Fachschrift, Annals of Internal Medicine, ungewöhnlich plump und drastisch: "Es reicht. Hören Sie auf, Ihr Geld für Vitaminpillen zu verschwenden." Zu dieser Meinung kamen die Forscher nach der Übersicht über mehr als zwei Dutzend, teils großangelegte Vitaminstudien, etwa zu Hirnfunktion und Herz-Kreislauferkrankungen. Stattdessen solle man den notwendigen Vitaminbedarf des Körpers aus gesunder, ausgewogener Nahrung decken: das erwähnte Vitamin E findet sich natürlich in Nüssen, Spinat und Brokkoli; Beta-Karotin steckt in Karotten, Paprika und Marillen.

Donnerstag 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - Worldmusik aus A (wie Austria)

Wie gehen Musiker/innen in Österreich mit Traditionen um (4). Gestaltung: Noëmi Haffner und Luisali Lea Theisen von der mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien in Zusammenarbeit mit Hans Groiss Zu Beginn der frühen 1990er Jahre definierte die Plattenindustrie ein neues Genre: die Weltmusik. Klänge, zumeist auf Folklore basierend und teilweise mit Jazz, HipHop, Rock oder Chanson-Elementen erweitert, sollten in den Plattenläden ein eigenes Regal - mit dazugehörigen Register - bekommen. Es ging anscheinend um Verkaufszahlen, lange vor Spotify, iTunes oder YouTube. "Ich rieche sofort Patchouli, wenn ich daran denke, und sehe diese bunten Schals und Kleider des Weltladens", ist eine erste Reaktion einer Interviewpartnerin. "Esoterikmusik, die mich bei schlechten Meditationsprogrammen immer zur Weißglut bringt". Oder ist Weltmusik wie eine alte, weise Frau, die auf den zweiten oder dritten Blick doch eine feine Dame ist - wie eines dieser Kippbilder? Eine akustische Täuschung? "Heimat, Grüß Gott, Jodeln, Quetschn, Schrammelmusik, Dialekt" - da haben wir Österreich im Kopf. Doch wie reflektiert der Österreicher Österreich, und wie sieht es eine Nicht-Österreicherin? Auch aus Österreich gab es Weltmusiken. Roland Neuwirth schrammelte extrem, zuvor hatte schon Kurt Ostbahn Frank Zappa verwienerischt. Attwenger und Knödel machten neue Volx-Musik und auch Hubert von Goiserns "Hiatamadl" rockte. Letzterer entwickelte seine österreichische Weltmusik bis nach Afrika und in den Orient. Eben auch wie gegenwärtig Klänge von Julia Lacherstorfer, Sigrid Horn oder Ina Regen - die Künstlerinnen bedienen sich der Mundart, aber auch der Volksmusik. Folkshilfe verzerrt die Quetschen wie Rammstein und Ernst Molden rezitiert sinistres Wienerlied. Diese Musik strandete früher beim Label Extraplatte, das 1977 von Harald Quendler gegründet, aber 2013 eingestellt wurde. "Who is who" der neuen Weltmusik aus Österreich? Und welche/r österreichische/r Musiker/in wagt es sich als Weltmusiker zu outen? Die musikalischen Wurzeln liegen womöglich in alpinen Traditionen, oder müssen auch Einflüsse aus dem Balkan berücksichtigt werden? Ist Worldmusik ein prägendes Mittel für nationale und kulturelle Identität und inwieweit ist diese Musik dann gegenwärtig noch Austropop. Denken Sie an Rainhard Fendrichs "I am from Austria", der inoffiziellen österreichischen Bundeshymne, wo das Englisch noch wenig Selbstbewußtsein zeugt. In einer globalisierten Welt ist Weltmusik ein eher problematischer Begriff, will doch niemand als Ewiggestriger dastehen. Und ein Rückbezug auf Heimat gilt schnell als "neuer" Patriotismus, obwohl die Kolonialismusdebatten der letzten Dekaden eine ganz andere Reflexion zulassen würden. Hans Groiss und Studierende der mdw - der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien analysieren, problematisieren und lösen den Knoten zwischen Kraut und Rüben auf.

Donnerstag 13:34 Uhr WDR5

Neugier genügt - Das Feature

Donnerstag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Das Murmeltier Mit Pfiff und dickem Pelz Unter dem Schnee Wie Tiere über den Winter kommen Das Kalenderblatt 25.02.2009 Tag der Schachtelsätze Von Justina Schreiber Das Murmeltier - mit Pfiff und dickem Pelz Autorin: Anja Mösing / Regie: Eva Demmelhuber Wenn ein Murmeltierweibchen aus dem Winterschlaf erwacht, ist es nicht nur von vielen Bären umgeben - den Murmeltiermännchen, sondern auch von Affen - den Jungtieren der Murmel. Und alle haben vor dem ersten Bissen zuerst eins im Sinn: Ganz schnell neue Murmeltierjunge zeugen! Schließlich haben sie wenig Zeit bis zum nächsten Winter, so ein Murmeltierjahr ist kurz und dauert oft nicht einmal sechs Monate. In dieser kurzen Zeit heißt es, Junge zur Welt bringen, sie säugen, entwöhnen und ihnen und sich selbst schnell zu einer stattlichen Speckschicht verhelfen. Von ihr allein zehrt ein Murmeltier während seines rund sieben Monate dauernden Winterschlafs. Mehr über die eiszeitlich geprägte Biologie und das kuriose Sozialverhalten von "Marmota Marmota, lat. Alpenmurmeltier", in dieser Sendung. Unter dem Schnee - wie Tiere über den Winter kommen Autorin: Christiane Seiler / Regie: Frank Halbach Wenn frischer Schnee die Erde bedeckt, wirkt die Welt wie neu und leer. Später zeigen sich Spuren, Abdrücke, freigekratzte Flächen. Denn wo Schnee liegt, leben Tiere - wenn sie nicht vor dem Winter in wärmere Gegenden geflüchtet sind. Tiere die bleiben, machen es sich, so weit es geht, gemütlich, fressen sich eine Fettschicht an und stellen sich auf karge Kost ein. Die Strategien sind so vielfältig wie die Tierarten: Manche Tiere verschlafen den Winter oder verlassen ihre Verstecke nur zur Futtersuche, Amphibien vergraben sich im Schlamm, andere lassen sich sogar einschneien um sich zu wärmen, denn Schnee kann Schutz bedeuten. Häufig aber bringt Schnee auch Kälte und Not. Futterquellen werden verschneit, Pfade versperrt - der schneereiche Winter 2019 lieferte dafür eindringliche Bilder. Offenbar stört die Klimaerwärmung auch den Jahresrhythmus unserer Wildtiere. Wie können wir uns das Leben unter der Schneedecke vorstellen? Und nützt es manchen Tieren vielleicht sogar, wenn die Winter schneeärmer werden? Moderation: Yvonne Maier Redaktion: Bernhard Kastner

Donnerstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Wenn die Zeit nicht alle Wunden heilt Kunst und Grenzen des Verzeihens Von Susanne Billig und Petra Geist Gegenseitigkeit bildet die Basis unseren sozialen Miteinanders. Schwere Verletzungen, selbst Verbrechen zu vergeben, sprengt diesen Rahmen. Doch oft hilft es den Betroffenen, Frieden zu schließen, um sich so aus Ohnmacht und Bitterkeit zu befreien. Wie aber gelingt gutes Verzeihen?

Donnerstag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Freispiel

Kurzstrecke 107 Feature, Hörspiel, Klangkunst - Die Sendung für Hörstücke aus der freien Szene Zusammenstellung: Julia Gabel, Marcus Gammel, Ingo Kottkamp und Johann Mittmann Produktion: Autor*innen / Deutschlandfunk Kultur 2021 Länge: 56"30 (Ursendung) Ungewöhnlich und nicht länger als 20 Minuten: Heute unter anderem mit einem Stück, das den Sound von glatten Werbespots perfektioniert hat. Kopf über Wasser Von Hannah Bickhoff The Future is Now Later Von Ashley Quach Theorie der Innovation Von Dominik Tremel Außerdem: Neues aus der "Wurfsendung" mit Julia Tieke. Kurzstrecke 107

Donnerstag 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Wie Pandemien Geschichte machen. Die politischen und sozialen Folgen von Masseninfektionen (4). Gestaltung: Monika Halkort Die Wissenschaft der Vitamine.Was bringt Nahrungsmittelergänzung in Pillenform? (4). Gestaltung: Madeleine Amberger Worldmusik aus A (wie Austria). Wie gehen Musiker/innen in Österreich mit Traditionen um (4). Gestaltung: Hans Groiss und Studierende

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