Tagestipps im Radio

Tagestipps

Donnerstag 18:05 Uhr Bayern 2

IQ - Wissenschaft und Forschung

Sterbehilfe in der Grauzone Ein Jahr nach dem Gerichtsurteil Von Daniela Remus Immer mehr Menschen geben in Umfragen an, selbstbestimmt über ihr Lebensende entscheiden zu wollen. Aber wie selbstbestimmt und freiwillig ist eine solche Überlegung in einer konkreten Krisensituation? Und welche Motive verfolgen diejenigen, die sich berufsmäßig als Suizidbegleiter engagieren? Seit das Bundesverfassungsgericht im Februar 2020 entschieden hat, dass das Verbot der geschäftsmäßigen Suizidbeihilfe verfassungswidrig ist, ist klar, dass die Sterbehilfe gesetzlich neu geregelt werden muss. Aber wie? Welche ethischen, rechtlichen und medizinischen Argumente sollten dabei bedacht werden? Muss es ein Recht auf Suizid geben? Oder darf es einen Zwang zum Leben geben? Redaktion: Iska Schreglmann

Donnerstag 18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Weltzeit

Moderation: Margarete Wohlan Justiz in Polen Danziger Politiker-Mord noch immer ohne Anklage Von Florian Kellermann Vor zwei Jahren wurde der Danziger Bürgermeister Pawel Adamowicz erstochen - der erste politisch motivierte Mord an einem Politiker in Polen seit 1989. Ein Opfer organisierter Hasspropaganda. Die Menschen waren schockiert. Doch bis heute hat der Prozess gegen den Täter nicht einmal begonnen. Denn die Tat ist längst Gegenstand politischer Ränkespiele. So will die Regierungspartei PiS die politische Motivation des Täters kleinreden. Der Opposition liegt umgekehrt daran, dass die jahrelange Regierungspropaganda gegen Adamowicz mit auf die Anklagebank kommt. Der mit 53 Jahren Verstorbene hat das moderne Danzig, in dem er 20 Jahre Bürgermeister war, wie kein zweiter geprägt. In dieser Zeit entstanden unter anderem das Museum des Zweiten Weltkriegs und das "Europäische Zentrum Solidarnosc".

Donnerstag 19:04 Uhr WDR3

WDR 3 Hörspiel

Nebenan Von Rumena BuEarovska Familienstreit wird zur Gesinnungskrise Übersetzung aus dem Englischen: Rasha Khayat Mutter: Nele Rosetz Tochter: Stephanie Amarell Vater: Martin Brambach Goran: Peter Kurth Regie: Rami Hamze Produktion: WDR 2019

Donnerstag 20:00 Uhr NDR kultur

NDR Radiophilharmonie

Freistil-Konzert: Nils Wülker und Max Mutzke Freistil - "Tears in Heaven" Lieder von Eric Clapton, Max Mutzke, James Brown u.a. Max Mutzke, Gesang Mitglieder der NDR Radiophilharmonie Aufzeichnung vom 4. Juni 2020 im Großen Sendesaal in Hannover Freistil - "GO": Nils Wülker on Trumpet Nils Wülker, Trompete NDR Radiophilharmonie / Ltg.: Hans Ek Aufzeichnung vom 29. und 30. Oktober 2020 aus dem Großen Sendesaal des NDR in Hannover 20:00 - 20:05 Uhr Nachrichten, Wetter NDR Radiophilharmonie

Donnerstag 21:05 Uhr Deutschlandfunk

JazzFacts

Exakt vertrackt Der Schlagzeuger Oliver Steidle Von Thomas Loewner Er kam vom Punk. Heute ist Oliver Steidle ein zentraler Akteur der kreativen Berliner Jazz-szene. Als Bandleader hat er sich den Ruf erspielt, jede noch so anspruchsvolle musikalische Herausforderung zu meistern. Zu improvisierter Musik hat Oliver Steidle erst spät gefunden. In seiner Heimatstadt Nürnberg spielte er zunächst in Punk- und Metalbands. Jazz empfand er damals noch als intellektuellen Schrott. Doch mit der Zeit wuchs sein Interesse an komplexen Strukturen. Heute sind Steidles musikalische Interessen weit gefächert: Wenn er nicht selbst spielt, besucht er gerne Techno-Raves und hört Hip-Hop. Diese Stile fließen indirekt auch in seine eigene Musik ein. Oliver Steidles Durchbruch als Jazzschlagzeuger kam mit dem Trio Der Rote Bereich, in das er kurz nach der Jahrtausendwende einstieg. Mit seinen markant-kantigen Grooves drückt er auch Formationen um den Gitarrist Kalle Kalima oder den Saxofonist Philipp Gropper einen persönlichen Stempel auf. Seine eigenen Bands heißen SOKO Steidle, Oliwood oder Killing Popes. Darin gelingt es ihm, rohe Energie und improvisatorische Freiheit mit Kompositionen zu vereinen, die seinen Mitspielern höchste Präzision abverlangen.

Donnerstag 21:05 Uhr Bayern 2

radioTexte am Donnerstag

Das Pferd ist zum Auf-und-davon-gehen, aber die Jungfer ist an die Wirtschaft gebunden. Fleißer-Erzählung über den Versuch, mit dem innerlichen Bücken aufzuhören. Gelesen von Ingeborg Wutz. Redaktion und Moderation: Judith Heitkamp Mit "Fegefeuer in Ingolstadt" wurde Marieluise Fleißer (1901 - 1974) ein Star der Dramatiker-Szene der Weimarer Republik, kehrte später aber nicht nur von Berlin zurück nach Ingolstadt und von der Bohème ins Hausfrauenleben, sondern auch von den Bühnentexten zur Erzählung. Sehr eigen ihre Sprache, sehr authentisch ihre Themen: das Kleinbürgertum, aus dem sie selbst kommt, bigotte Moralvorstellungen, mitunter mörderische Konventionen, meistens "etwas zwischen Frauen und Männern". Eine "Meisterin der Unbeholfenheit", hat ihre Biographin Hiltrud Häntzschel sie genannt, "... und wenn sie Paarszenen schildert, dann sind das immer Kampfszenen". In der klassischen Lesung zwei Archiv-Aufnahmen des Bayerischen Rundfunks. Ingeborg Wutz liest die Erzählung "Das Pferd und die Jungfer" - die von ruppigen Ausbruchsversuchen aus dem Alltagskorsett handelt, von dem, was Frauen dürfen oder sich gefallen lassen, von dem, was Männer dürfen oder sich nehmen. Der Text gehört wie "Er hätte besser alles verschlafen", gelesen von Fritz Straßner, zu den ersten Veröffentlichungen der Fleißer nach dem Krieg. Weiter verfügbar im Bayern 2 Podcast "Lesungen" ist die Neuaufnahme der Erzählung "Die im Dunkeln". Sie spielt im Jahr 1938 in Ingolstadt und München, die weibliche Ich-Erzählerin wird in eine geschlossene Anstalt eingewiesen, die voll von den Opfern der "braunen Zeit" ist. Ein widersprüchlicher, bedrohlicher Zufluchtsort - mit einem Chefarzt aber, der das Lebensdrama der Erzählerin erkennt: schreiben zu wollen und überall auf Unverständnis und Verweigerung zu stoßen. "Es hat immer in mir um Hilfe geschrien", heißt es im Text - 1938 hatte Marieluise Fleißer vor dem Hintergrund von Nazi-Repressalien und einer beengenden Ehe einen Nervenzusammnbruch erlitten. Gelesen von Irina Wanka in der Regie von Irene Schuck. Moderation und Redaktion: Judith Heitkamp. Bayern 2, radioTexte am Donnerstag, die klassische Lesung - auch als BR Podcast "Lesungen".

Donnerstag 22:00 Uhr NDR Blue

Nachtclub NDR Blue in Concert

Heute mit Mando Diao Seit ihrem Debütalbum "Bring "em In" im Jahr 2002 hat sich die schwedische Alternative-Rockband eine treue Fangemeinde erspielt. Das sich die Band vor allem live immer wieder lohnt, davon können Sie sich bei unserem Konzertmitschnitt überzeugen: Wir haben für Sie den Auftritt von Mando Diao beim A Summer"s Tale 2018.

Donnerstag 22:05 Uhr SWR2

SWR2 Hörspiel-Studio

Erlösung. Ein Making Of Von Claudia Weber Mit: Fabian Hinrichs, Michael Rotschopf und Nele Roll Regie: Claudia Weber (Produktion: SWR 2018) Der Dokumentarfilmer Phillipp muss beim Final Cut seines Films feststellen, dass heutzutage Moral als Thema gar nicht so leicht über einen dokumentarischen Ansatz zu erfassen ist - die Leute lügen, dass sich die Balken biegen und verstehen alle etwas anders unter "Moral". Helfen könnte da vielleicht sein Freund Wolf und sein Sinn für Fiction. Das könnte den Film retten. Aber damit fangen die Schwierigkeiten in diesem unterhaltsamen wie unpädagogischen, um die Schwächen des Menschen wissenden Stückes erst richtig an: Sie führen Phillipp in seine durchaus amoralische Kinder- und Jugendzeit.

Donnerstag 23:00 Uhr Eins Live

1LIVE Krimi

Havanna Von Simone Buchholz Vier Frauen gegen die Bank Bonnie: Julia Riedler Bangles: Bibiana Beglau Becky: Katja Bürkle Bella: Kathrin Angerer Der Bulle: Ole Lagerpusch Ferner wirken mit: Sascha Nathan, Christoph Pütthoff, Wolfram Koch, Nils Kreutinger, Heidi Ecks, Heinrich Giskes und Samuel Simon Regie: Silke Hildebrandt Produktion: hr/WDR 2020

Freitag 00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Klangkunst

Schwerpunkt: Hier is woanders My Place / My Sound - Dreaming with Ears Von Hojo Kraft Stimmkünstler: Christian Reiner Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2021 Länge: 52"02 (Ursendung) Ein Hörstück über die intimen inneren Klangwelten von Menschen aus Tokio und aus dem Engadin. "Was hörst du, wenn du an den Ort denkst, an dem du aufgewachsen bist oder lebst? Welche Klänge und Geräusche geben dir ein Gefühl von Heimat?" Diese Fragen stellten Tomoko Hojo und Rahel Kraft Menschen aus dem dicht besiedelten Stadtteil Ueno in Tokio und aus dem Engadin in den Schweizer Alpen. Die Hör-Erinnerungen reichten vom Kirschbaum, der nachts sanft gegen die Fensterscheibe schlug, bis zu den Schritten des großen Bruders im Hausflur. Mit Field Recordings, Improvisationen vor Ort und Literaturzitaten erwecken die beiden Künstlerinnen intime Klangwelten erneut zum Leben. "Hojo Kraft": Das sind die beiden Klangkünstlerinnen Tomoko Hojo und Rahel Kraft. Seit 2016 arbeiten sie zusammen. Beide haben Sound Art an der University of the Arts in London studiert. In Performances und Audiowalks ergründen sie Fragen zu Heimat und Erinnerung im Sound. 2020 Veröffentlichung der Platte "Shinonome" auf dem Label LINE. My Place/My Sound - Dreaming with Ears

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