Tagestipps

Sonntag 18:20 Uhr SWR2

SWR2 Hörspiel am Sonntag

Das Pferd Hörspiel nach der gleichnamigen Erzählung von Claude Simon Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer Mit: Jakob Diehl, Christian Redl, Timo Weisschnur, Lukas Hupfeld, Martin Engler u. a. Musik: Steffen Schleiermacher Hörspielbearbeitung und Regie: Ulrich Lampen (Produktion: SWR 2018) Eine finstere Regennacht während des Zweiten Weltkriegs. Hungrig, durstig, verstört vor Angst und Müdigkeit, beziehen der Erzähler und sein Regiment, französische Dragoner, Quartier in einem nordfranzösischen Dorf. Und werden Zeuge des langsamen Sterbens eines verletzten Armeepferdes. "Das Pferd", erstmals 1958 veröffentlicht, ist eine frühe Verarbeitung des Flandern-Materials, das Simon bis zu seinem großen Antikriegsroman "Die Straße in Flandern" beschäftigte. In diesem erinnert er an das militärische Desaster Frankreichs von 1940, das ihn als Kavalleristen beinahe das Leben gekostet hätte.

Sonntag 18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Hörspiel

Die Verlassene Von Honoré de Balzac Übersetzung: Melanie Walz Bearbeitung: Helmut Peschina Regie: Stefanie Hoster Mit: Maren Kroymann, Nico Holonics, Valery Tscheplanowa, Camill Jammal, Friedhelm Ptok, Moritz Schönbrodt Komposition: Christian Zanési Ton: Jean Szymczak Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2020 Länge: 87"17 (Ursendung) Der junge Gaston de Nueil wird zur Erholung in die Normandie geschickt. Dort verliebt er sich in die ältere Mme de Beauséant. Sie reist in die Schweiz, er folgt ihr. Im Frühling 1822 wird der junge Pariser Gaston de Nueil zur Erholung in die Normandie geschickt. Im örtlichen Salon hört er von einer gewissen Mme de Beauséant, einer verheirateten Frau, die vor den Augen von ganz Paris von ihrem Geliebten verlassen wurde. Als Konsequenz lebt die nicht mehr junge Frau nun von der Gesellschaft völlig zurückgezogen in der Provinz. Schon aus der Ferne verliebt sich Gaston in sie. Durch eine List gelingt es ihm, zu Mme de Beauséant vorzudringen, und sie lässt sich auf eine längere Unterredung ein. Gaston will sie wiedersehen, er schreibt ihr einen Brief. Aber Claire ist abgereist: in die Schweiz. Honoré de Balzac, 1799 in Tours geboren, zog 1814 mit seiner Familie nach Paris. Brach sein Jura-Studium vor den Abschlussprüfungen ab, um Schriftsteller zu werden und fand Eingang in die Welt des Adels. Um seinen kostspieligen Lebensstil zu finanzieren, musste Balzac immer mehr Texte veröffentlichen. In eine Mönchskutte gehüllt, schrieb er bis zu 17 Stunden am Tag, einzig am Leben gehalten durch den immensen Konsum von schwarzem Kaffee. Dennoch war Balzac die längste Zeit seines Lebens tief verschuldet. Erst 1850 erfüllte sich sein Traum, reich zu heiraten - doch noch im selben Jahr erlag er seinem erschöpften Herz. Sein Hauptwerk war die "Comédie humaine", ein Romanzyklus, der die Tugenden und Abgründe von Mensch und Gesellschaft erforscht. Von 137 geplanten Erzählungen konnte Balzac 91 vollenden. Deutschlandradio Kultur realisierte als Hörspiele "Eugénie Grandet" (Hörspiel des Monats März 2015), "Cousine Lisbeth" (DKultur/RB 2017) und "Vater Goriot" (2017). Sie sind im Oktober 2018 als CD-Edition im Hörverlag erschienen. Die Verlassene

Sonntag 19:00 Uhr NDR kultur

Gedanken zur Zeit

Der Whistleblower Held oder Halunke? Von Daniel Bouhs Julian Assange und Edward Snowden sind die berühmtesten Whistleblower der jüngeren Vergangenheit: Die Enthüllungen von WikiLeaks sowie die zur großflächigen Kommunikationsüberwachung durch die NSA haben im vergangenen Jahrzehnt politische Debatten ausgelöst. Zuletzt gesellte sich Brittany Kaiser zu den Whistleblowern; sie hat bei Cambridge Analytica gearbeitet, die der Trump- und der Brexit-Kampagne mit Facebook-Anzeigen half. Medien sind oftmals darauf angewiesen, dass Insider ihr Wissen preisgeben, um Missstände aufzudecken. Zugleich haben nicht alle Whistleblower durchweg edle Motive. 19:00 - 19:05 Uhr Nachrichten, Wetter

Sonntag 19:04 Uhr WDR3

WDR 3 Hörspiel

Baggergeddon Von Thilo Gosejohann Schluss mit lustig: Der frustrierte Ex-Ingenieur Rudolf frisiert einen alten Braunkohlebagger und frisst sich damit durch Deutschland. Sein Ziel: die Zerstörung des Reichstags. Durch Zufall landet die linke Klimaaktivistin Louisa mit im Führerhaus des gigantischen Fahrzeugs: "Wutbürger" trifft auf "Gutmenschen". Rudi Zehgruber: Hilmi Sözer Louisa Lundberg: Daniela Galbo Ulrike Berghoff: Tina Seydel Peter Veigel: Lutz van der Horst Jens Köpke: Simon Gosejohann Horst Gatzke: Alexis Kara Jürgen Potzkoten: Dietrich Hollinderbäumer Karl: Juri Senft Sigrid Zehgruber: Edda Fischer Koppelmann: Leo Koppelmann Gerd Friedrichsruh: Patrick Steiner Regie: der Autor

Sonntag 19:05 Uhr Ö1

Contra - Kabarett und Kleinkunst

Ildir Baydar: "Ghettolektuell" Gestaltung: Bernhard Fellinger. "Dorfer hat frei", Ausgabe 2 Ildil Baydar ist eine deutsche Schauspielerin und Kabarettistin. Ihre Kunstfiguren sind die Berlinerin Gerda Grischke und die 18-jährige Kreuzberger Türkin Jilet Ayse. Im Dezember 2011 schlüpfte sie auf YouTube in die Rolle ihrer beiden Protagonistinnen und stellte sie in Videos vor. Nachdem sie die Millionenklickgrenze durchbrochen hatte, entwickelte sie 2014 ihr erstes abendfüllendes Comedy-Programm. Seitdem tritt sie in verschiedensten Kabarett- und Comedy-Sendungen im Fernsehen auf und spielt in ihrer Rolle als Jilet Ayse in diversen Internetformaten. Angesichts der derzeit verordneten "Bühnenabstinenz" macht sich Alfred Dorfer Gedanken über das Leben des Kabarettisten abseits des Bühnenalltags. Was machen Kabarettisten jetzt mit jenen Ideen, die sie bislang spontan in ihren Programm verarbeitet haben? "Satire ist nichts für Stümper" meint Alfred Dorfer und nützt die Auszeit dafür, über sein Genres, dessen Protagonisten die Welt nachzudenken.

Sonntag 20:15 Uhr Ö1

Ö1 Kunstsonntag: Tonspuren

Meister und Margarita. Michail Bulgakows Opus Magnum. Feature von Julia Reuter Eine mysteriöse Teufelsfigur namens Woland erscheint im Moskau der 1930er Jahre und sorgt dort gehörig für Aufregung und Verwirrung. Die komplexe Handlung von "Meister und Margarita" lässt sich schwer zusammenfassen, sie erstreckt sich über unterschiedliche Zeitebenen, wechselt laufend Perspektiven, spielt mit Realität und Fantasie. Der Autor dieses Werks, Michail Bulgakow, war zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (1966/67) bereits fast 30 Jahre tot. Um die Entstehung des Romans, den Bulgakow auch als politische Satire geschrieben hat, ranken sich zahlreiche Mythen. Sein Inhalt enthält literarische Referenzen wie zum Beispiel auf Goethes "Faust", inspirierte zu unzähligen Interpretationen und Mick Jagger zum Rolling-Stones-Hit "Sympathy for the Devil". Die Tonspuren gehen dem Mythos "Meister und Margarita" auf den Grund.

Sonntag 21:00 Uhr Ö1

Ö1 Kunstsonntag: Milestones

Vor 50 Jahren veröffentlicht: Miles Davis" "Bitches Brew" Da ist es also endlich, das nächste ikonische Miles-Davis-Album: nach "Milestones" von 1958, das dieser Sendereihe im Ö1 Kunstsonntag den Namen gespendet hat, sowie dem Soundtrack zum Louis Malle-Film "Ascenseur pour l"échafaud" (1957) nun das monumentale "Bitches Brew", erschienen im März 1970, also vor genau einem halben Jahrhundert. Eine Doppel-LP, die mit ihren langen Stücken nicht nur zeitlich den Rahmen sprengt; auch klanglich erschließen Miles Davis und seine 14 Mitstreiter (nach den ersten Vorstößen auf dem Vorgängeralbum "In a Silent Way" von 1969) weiteres Neuland für den Jazz: rhythmusbetonte, orchestrale Klänge mit elektrifiziertem Instrumentarium, der Einsatz von Bass, Schlagzeug und Keyboards in Mehrfach-Besetzung und Elemente aus Rock, Funk und Latin - das ergab Musik, die bei Erscheinen des Albums einerseits auf verständlichen Widerstand bei Puristen stieß, andererseits aber auch von vielen als die längst fällige Wiederbelebung oder Neuerfindung des seit dem Siegeszug der Rockmusik zumindest in kommerzieller Hinsicht oft totgeglaubten Jazz gefeiert wurde. Gestaltung: Michael Neuhauser

Sonntag 21:05 Uhr NDR Info

Das Hörspiel

Wunschsendung Von Elisabeth Burchhardt Regie: Christiane Ohaus Mit Elisabeth Burchhardt, Wolf-Dietrich Sprenger, Jan Georg Schütte, Leticia Wolfrum, Brigitte Boothe, Uwe Arsand, Corinna Brocher u.a. NDR 2014 Es war einmal ein kleines Mädchen, das hatte nur einen sehnlichen Wunsch: Fee sein zu dürfen. Fast 40 Jahre später kauft sich die erwachsene Frau einen Zauberstab, Wunderkerzen und Federboa und zieht aus, um auf dem harten Asphalt der Hamburger Reeperbahn den Menschen das Glück zu bringen. O-Töne aus Elisabeth Burchhardts Feen-Performance werden collagiert mit Märchen, Aphorismen, esoterischen Ratgebern und den Kommentaren einer Psychoanalytikerin. So wird es auch ein Ausflug in die Kulturgeschichte des Wünschens. Weitere Informationen unter ndr.de/radiokunst. 21:30 - 21:35 Uhr Nachrichten Das Hörspiel

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